Carpinus betulus

Aus Hortipedia
(Weitergeleitet von Weissbuche)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hortipedia Commons %LABEL_PRINTING QR Code

Carpinus betulus L.

Betulaceae

Lebensform: Baum
Verwendung: Nutzpflanze / Verwendung: Zierpflanze

Standort: Sonne - Standort: Halbschatten - Standort: Schatten   5

Bodenfeuchte: frisch bis Bodenfeuchte: feucht

Bodenart: Lehm - Bodenart: sandiger Lehm - Bodenart: steiniger Lehm - Bodenart: sandiger Ton - Bodenart: lehmiger Ton

Blattstand: wechselständig
Blatt: Sommergrün

Blattform: eiförmig

Blattgliederung: einfach

    

Blütenform: keine Angabe
Frucht: Nuss

6A / f9cf21 

Knospenanordnung: Ähre

Blüte: einfach
Blütenhabitus: hängend

Kronenform: breit kegelförmig

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Rosopsida
Subclassis:
Hamamelididae
Superordo:
Faganae
Ordo:
Corylales

Carpinus betulus, die Hainbuche oder Weißbuche, ist ein in Europa und Westasien heimischer bis 25 m hoher Baum.

Namensherkunft

Carpinus betulus wurde 1753 von Carl Linnaeus beschrieben und benannt.

Deutsche Namen

Carpinus betulus - Zeichnung
  • Gewöhnliche Hainbuche
  • Hagebuche
  • Hainbuche
  • Weissbuche

Taxonomie

Carpinus betulus ist eine Art aus der Gattung Carpinus, die circa 53 bis 55 Arten umfasst und zur Familie der Betulaceae (Birkengewächse) gehört.

Merkmale

Carpinus betulus - Krone
Carpinus betulus - Knospen
Carpinus betulus - Blätter
Carpinus betulus - Winterdetail
Carpinus betulus - Stamm
Carpinus betulus - Habitus
Carpinus betulus - Fruchtender Baum
Sehr schnittverträglich:
Hecken-Elemente aus Carpinus

Wuchs

Die vergleichsweise schnellwüchsigen Bäume (der Jahreszuwachs ist ca. 35 cm in der Höhe und ca. 25 cm in der Breite) haben eine breit kegelförmige Krone und werden 20 bis 25 Meter hoch. Die Wuchsbreite beträgt 7 bis 15 Meter. Das Höchstalter beträgt etwa 150 Jahre.

Holz und Rinde

Der Name Weißbuche beruht auf der im Gegensatz zur Rotbuche hellen Holzfarbe diese Baumes. Es gibt keine Farbunterschiede zwischen Splint- und Kernholz. Das Holz ist gleichmäßig aufgebaut, Jahresringe sind nur schwer erkennbar. Das Holz der Hainbuche ist sehr hart und schwer, es ist härter als das der Buche und der Eiche.
Junge Triebe sind glänzend braun (bis grünlich braun) und schwach behaart. Später werden sie bräunlich-grau und kahl. Sie besitzen zahlreiche weiße, elliptische Lentizellen. Die Rinde von Ästen und Stamm ist dunkelgrau, dünn und auch im Alter ziemlich glatt. Sie kann bei alten Bäumen in Längsrichtung aufreißen und netzartige Muster bilden.

Blätter

Carpinus betulus ist sommergrün. Die einfachen, eiförmigen, oberseits dunkelgrünen und unterseits helleren Blätter sind wechselständig angeordnet und ihr Rand ist doppelt gesägt. Sie sind 5-10 cm lang und bis 6 cm breit, der Blattstiel ist ca. 1,5 cm lang. Die Blattnerven laufen in den Blattrand aus und sind leicht behaart. Die Oberfläche der Blätter ist kahl. Die Herbstfärbung ist hell- bis leuchtend gelb. Das eingetrocknete Laub bleibt oftmals bis zum Frühjahr am Baum.

Blüten und Früchte

Die Pflanzen sind diözisch (einhäusig), die Bestäubung erfolgt als Fremdbestäubung durch den Wind. Mit Beginn der Belaubung, von Mai bis Juni, erscheinen die Blütenkätzchen: Männliche Kätzchen seitlich an den Zweigen, 4-7 cm lang und hängend; weibliche Blüten befinden sich an den Enden junger Triebe und sind zur Reife etwa fingerlang.

Ab September tragen die Bäume 6-15 mm lange Nußfrüchte mit 3-lappigen Tragblättern, welche als Flugorgan zur Verbreitung der Saat dienen. Die Früchte lösen sich erst im Oktober/November ab und keimen im Folgejahr.

Wurzelsystem

Auf tiefgründigen Standorten bilden Hainbuchen tiefreichende Herzwurzeln aus und gehen bis zu 1,5 m tief, mit einem hohen Anteil an Feinwurzeln im oberen Bodenbereich. In feuchten Böden konzentrieren sich die Wurzeln in den obersten 35 Zentimetern, weshalb die Bäume auf solchen Standorten anfällig gegen Windwurf sind.

Verbreitung

Carpinus betulus stammt aus Europa und dem Kaukasus. In Mitteleuropa ist sie vom norddeutschen Tiefland bis zu den Alpen in Höhen von 1000 m heimisch.

Standort

Die Bäume tolerieren sowohl sonnige als auch schattige Standorte und bevorzugen frische bis feuchte Böden. Sie vertragen einen hohen Grundwasserstand und kurze Überschwemmungen, jedoch keine Staunässe. Sie sind winterhart bis ca. bis -29°C (WHZ 5). Das Substrat sollte lehmig, sandig-lehmig, kiesig-lehmig, sandig-tonig oder lehmig-tonig sein und einen pH-Wert zwischen 8 und 10 aufweisen. Aber auch auf sauren Standorten und auf etwas nährstoffarmen Böden kommen sie zurecht. Die Pflanzen eignen sich für den Quellschutz, den Uferschutz von Hartholzzonen an breiten Fließgewässern und den Uferschutz schmaler Fließgewässer.

Lebensbereich nach Prof. Dr. Sieber:

  • Freiflächen

Toleranz spezieller Standortbedingungen

  • hohe Toleranz: Stadtklima, Streusalz

Verwendung

Geeignet für Wind- und Bodenschutz, geschnittene mittelhohe Hecken, geschnittene hohe Hecken und für Lärm- und Staubschutz; außerdem geeignet als Friedhofsgrün, Alleebaum, Hangbepflanzung, Solitär, Verkehrsbegleitgrün, Bienenweide, Vogelweide und als Vogelschutzgehölz.

2 m hohe Carpinus-Hecke

Hecken: Die Hainbuche ist wärmeliebend, aber zuverlässig frosthart, windresistent und hitzeverträglich, und sie übersteht sowohl kurze Überschwemmungen als auch sommerliche Trockenzeiten; dazu kommt ein hohes Ausschlags-Vermögen mit einer guten Verzweigung; hiermit ist sie bestens geeignet als Heckenpflanze.

Pflege und Vermehrung

Grundsätzlich sind die Pflanzen als wenig pflegeintensiv einzustufen. Leichtes Auslichten der Kronen wird gut vertragen.
Durch rechtzeitiges und regelmäßiges Schneiden werden Heckenpflanzen zu dichter Verzweigung gebracht, und die Stämme bleiben schlank; wenn Heckenpflanzen einige Jahre nicht geschnitten wurden, bilden sie wieder Bäume mit "normalen" Stämmen aus.

Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat - manchmal leider recht heftig.

Sorten

  • 'Columnaris' – anfangs mit säulenförmiger Krone, später eiförmig bis fast rund, dicht verzweigt, langsamwüchsig
  • 'Fastigiata' – mäßig schnellwüchsig, Zweige fächerartig aufrecht, mit regelmäßiger Krone, anfangs säulenförmig, im Alter breit eiförmig
  • 'Fastigiata Monument' – kompakt und säulenförmig, schwach und gedrungen wachsend, extrem schwachwüchsig
  • 'Frans Fontaine' – langsamwüchsige Säulenform, säulen- bis eiförmige Krone, langsam wachsend und im Alter schmal bleibend
  • 'Incisa' – mit schmalen, farnähnlich tief gelappten Blättern
  • 'Quercifolia' – anfangs kegelförmig, später hochgewölbte eirunde Krone; mit schmalen, eichenähnlich rund gelappten Blättern
  • 'Variegata' – mit gelb gefleckten Blättern

Krankheiten und Schädlinge

Es sind mehr als 200 Pilzarten bekannt, welche die Hainbuche befallen können, darunter etliche Mehltau- und Rostpilze. Ernsthafter Schaden entsteht jedoch nur bei sehr schlechten Standortbedingungen.
Die über 70 Insekten- und Milbenarten, die die Hainbuche befallen können, sollte man unter dem Begriff "Vogelweide" einordnen; nur der Hainbuchensplintkäfer, Scolytus carpini Ratz, ein Borkenkäfer, könnte örtlich zum Problem werden. Eine Bekämpfung ist problematisch, starke Wässerung und kräftige Ernährung kann einen Befall begrenzen.

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. Third edition. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2. (engl.)


HP Blatt grün 05-05-72 graphic file 1KB.gif
Baum des Jahres in Deutschland HP Blatt grün 05-05-72 graphic file 1KB.gif

1989 Quercus robur | 1990 Fagus sylvatica | 1991 Tilia platyphyllos | 1992 Ulmus glabra | 1993 Cormus domestica | 1994 Taxus baccata | 1995 Acer platanoides | 1996 Carpinus betulus | 1997 Sorbus aucuparia | 1998 Pyrus pyraster | 1999 Salix alba | 2000 Betula pendula | 2001 Fraxinus excelsior | 2002 Juniperus communis | 2003 Alnus glutinosa | 2004 Abies alba | 2005 Aesculus hippocastanum | 2006 Populus nigra | 2007 Pinus sylvestris | 2008 Juglans regia | 2009 Acer pseudoplatanus | 2010 Prunus avium | 2011 Sorbus torminalis | 2012 Larix decidua | 2013 Malus sylvestris | 2014 Quercus petraea | 2015 Acer campestre


Non-commercial Links

Das könnte Sie auch interessieren

Commercial Links